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20.07.2009: Wetteranfällige Atomkraft bietet keine Versorgungssicherheit

Blitzeinschlag zwang das AKW Gundremmingen 600.000 Kilowatt in Sekundenschnelle abzubremsen

Bei einem Gewitter schlug ein Blitz am 15. Juli 09 nachts um 1 Uhr rund fünf Kilometer vom AKW Gundremmingen entfernt in die 400 kV-Leitung ein. Der hierdurch verursachte Kurzschluss schaltete eine der zwei abführenden 400-kV-Überlandleitungen sofort ab und zwang damit zur Halbierung der Leistung des Blocks C. 630 Tausend Kilowatt (das entspricht rund 856.600 PS) mussten in Sekundenschnelle ausgebremst werden.

Das Manöver gelang. Es dauerte dann rund zwölf Stunden bis der Block C wieder seine volle Leistung erreichte. Im Block B, der momentan zur Überholung abgeschaltet ist, mußte die weiterhin gerade für die Kühlung überlebenswichtige Stromversorgung durch die zweite Überlandleitung sicher gestellt werden. Vor 32 Jahren hingegen erlitt in Gundremmingen bei einer ebenfalls durch einen wetterbedingten externen Kurzschluss notwendig gewordenen Schnellabschaltung der Block A einen Unfall mit Totalschaden.

Minusrekord: 70 Prozent der RWE-AKW vom Netz

Dem AKW-Betreiber RWE bescherte das Gewitter auch aus einem zweiten Grund bittere Stunden: Von seinen fünf Großreaktoren waren nur noch 1 ½ in Betrieb. Denn auch die zwei Blöcke in Biblis sind wegen altersbedingter Reparaturen abgeschaltet.

Wetterereignisse stören häufig Atomkraftwerke: In Frankreich mußten Anfang Juli in einer heißen Woche die Kernkraftwerke erheblich gedrosselt werden, da die Flüsse mit dem Kühlwasser zu stark aufgeheizt wurden. Sehr viel Strom wurde wieder mal aus England und Deutschland nach Frankreich geliefert.

In Gundremmingen führte im Juli 1999 ein Blitzschlag zu einer für den Betrieb des AKW nicht unproblematischen Störung der Telefonanlage. Und beim Sturm Lothar mußte Weihnachten 1999 die Leistung des AKW Gundremmingen sogar um über zwei Millionen ( 2.100.000) Kilowatt gedrosselt werden.