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05.06.2009: Kinderkrebs um Atomkraftwerke - Aktuelle Diskussion im Deutschen Ärzteblatt

In einer im Deutschen Ärzteblatt (DÄ) veröffentlichen Stellungnahme zum Thema Kinderkrebs um Atomkraftwerke akzeptiert neuerdings das Deutsche Kinderkrebsregister eine Hauptforderung der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW zur Verbesserung des Strahlenschutzes.

Das DÄ veröffentlicht heute (Ausgabe 23, S. 392-394) eine ausführliche Fachdiskussion über den Beitrag "Leukämien bei unter 5-jährigen Kindern in der Umgebung deutscher Kernkraftwerke" von Kaatsch, et al.. Im Schlusswort, das im Ärzteblatt traditionell dem Autor des diskutierten Beitrags zusteht, übernimmt der Leiter des Deutschen Kinderkrebsregisters Dr. rer. physiol. Peter Kaatsch erstmals wesentliche Forderungen der IPPNW, indem er schreibt: "Es mag richtig sein, dass Kinder eine andere Strahlensensibilität aufweisen als Erwachsene. Deshalb macht es durchaus Sinn, die vorhandenen anerkannten Berechnungsmodelle zu Dosisabschätzungen zu hinterfragen und möglicherweise durch bessere Modelle zu ersetzen."

"Ich freue mich über diese zwar späte und zaghafte, aber richtige Einsicht!", sagt Reinhold Thiel, Mitglied des Vorstandes der IPPNW - "Es `mag´ nicht nur richtig sein, sondern es ist mittlerweile zweifelsfrei erwiesen, dass die veralteten Denk- und Rechenmodelle des bisherigen Strahlenschutzes überarbeitet gehören. Wenn die Mainzer Autoren der Studie "Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken (KiKK-Studie)" diese Einsicht auch schon zur Veröffentlichung Ihrer KiKK-Studie im Dezember 2007 bekannt gegeben hätten, wäre uns viel verwirrende Diskussion um die brisanten Ergebnisse der Studie erspart geblieben."

Zur Erinnerung: Die Kinderkrebs-Studie ist nach einer breiten Informations- und Pressekampagne der IPPNW im Jahr 2001 vom Bundesamt für Strahlenschutz in Auftrag gegeben worden. Auslöser der öffentlichen Proteste waren erhöhte Erkrankungsraten in der Umgebung deutscher Atomkraftwerke. Die vom Mainzer Kinderkrebsregister durchgeführte Studie wurde im Dezember 2007 veröffentlicht. Das zentrale Ergebnis war: Je näher ein Kleinkind an einem der deutschen Atomkraftwerke wohnt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für das Kind, an Krebs und besonders Leukämie zu erkranken.

Seither fordert die IPPNW bisher vergeblich Verbesserungen im Strahlenschutz ein. Konkret verlangt die IPPNW, dass die Berechnungsmodelle zur Dosisabschätzung ("Reference-Man") vor allem von Kleinkindern und von ungeborenen Kindern den aktuellen Erkenntnissen angepasst werden. "Der bisherige "Reference-Man" muss durch einen "Reference-Embryo" ersetzt werden", so Thiel. "Ich hoffe, dass diese Erkenntnisse jetzt endlich auch eine politische Umsetzung erfahren. Bundesumweltminister Gabriel muss jetzt endlich reagieren."

 

Pressekontakt: Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Pressesprecherin Angelika Wilmen Tel. 030 / 69 80 74 15, Email: wilmen@ippnw.de